| Balm, Juni 2008 Eigentlich wäre die Box dafür gedacht, dass sich der Präsident regelmässig hier einbringt – aber auch auf Reaktionen zählen kann.
Meine letzte „Box“ schrieb ich vor gut einem Jahr – an Reaktionen kann ich mich nicht erinnern.
Ein paar aktuelle Gedanken, Feststellungen, Anliegen formuliere ich jetzt trotzdem. Das hat ja mindestens den Effekt, dass ich damit eine Standortbestimmung wage und mich davon leiten lasse, für die Repla-Aufgaben der kommenden Zeit.
Unsere Arbeit im espaceSolothurn ist geprägt vom Suchen nach dem savoir vivre. Tatsächlich - unser neues Label oder die Marke mit Slogan haben programmcharakter. Standortmarketing setzt voraus, dass die Region für ihren Raum einen Gestaltungswillen entwickelt. Wir müssen unsere Stärken oder Werte kennen aber halt auch unsere Schwächen und Defizite ernst nehmen.
Wenn wir als Region zusammen wachsen (zusammenwachsen) wollen – ein anderer Slogan in der Evaluation für unsere Marke – dann ist das gemeinsame Bemühen unbedingt zu verstärken.
Wo die Repla RSU in der „Gemeindegärtlipflege“ als Störefried oder Unkraut wahrgenommen wird ist unser Einsatz kaum erfolgreich. Es gilt dort Schwerpunkte zu setzen, wo Partnerschaft entsteht und mit Verständnis und Ausdauer nicht aufzugeben, wo Vorbehalte dominieren.
Es gibt natürlich die positiven und ermutigenden Zeichen. Nur diese verhelfen zum nötigen Schnauf, für das „Dranbleiben“.
Da ist das Optimierungsprogramm des BSU oder besser die Realisierung der Bahn 2000 bis vor die Haustür. Viele Gemeinden haben mit Ihrer überzeugenden Haltung bewirkt, dass diese Angebotsverbesserung jetzt kommt und nicht „später“. Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Beitrag im Bereich Verkehr und damit zur Entlastung der Umwelt.
Mit dem „Tour des Ponts“ haben doch einige Gemeinden, zusammen mit Verwaltungsabteilungen aus APR, AVT und AFU die Langsamverkehrsbrücken der Stadt „getestet“. Wenn die Verkehrsverlagerung auf den öV und den Langsamverkehr gelingt – wird die Agglomeration eine auffällig bessere Lebensqualität gewinnen. Das Brückenfest hatte eine eindrückliche Breitenwirkung.
Mit „Bike to Work“ läuft gegenwärtig eine schweizweit wichtige Aktion. Die Teilnahme in unserer Region ist sehr erfreulich.
Schliesslich sind wir überzeugt, dass auch das Pilotprojekt „Mobilitätsmanagement“ in den „Energiestädten“ Solothurn und Zuchwil (auch Olten und Grenchen) greifen wird.
Im Wasseramt sind die Studien für die Schulwegsicherheit und Lückenschliessung des Radwegangebots abgeschlossen. Nun sind alle Beteiligten – die betroffenen Gemeinden, zusammen mit dem Kanton – gefordert, die Umsetzung voranzutreiben.
Studenten der Fachhochschule Burgdorf haben sich mit den selben Sicherheitsfragen im Bucheggberg beschäftigt. Die Ergebnisse liegen vor.
Die ländlichen Gemeinden sind im Umgang mit dem motorisierten Individualverkehr genau so gefordert, die Anstrengungen zugunsten des Langsamverkehrs sind genau so wichtig, wie in den Agglomerations-gemeinden.
Dass auf ganz verschiedenen „Kanälen“ LOS! bearbeitet wird zeigt, dass wir auf gutem Weg sind Wirkung zu erzielen.
Der Zusammenarbeitsvertrag ist nun von einer guten Mehrheit der Agglomerationsgemeinden unterzeichnet. Damit ist eine weitere Bedingung bezüglich Trägerschaft für den Bund erfüllt.
Dass die Repla RSU auch in der Regionskultur aktiv ist – wird von vielen Gemeinden gut unterstützt. Es wird erkannt, dass in diesem Bereich die Zusammenarbeit „lebenswichtig“ wird. Es braucht das Engagement für die „Gemeindekultur“ – diese darf aber nicht gegen die regionale Aufgabe ausgespielt werden. Es braucht eben beides. Die Unterstützung der Jugendkultur, durch die Kulturfabrik Kofmehl am auffälligsten gelebt, ist bemerkenswert.
Mit dem Projekt „solopool“ werden die Gespräche zwischen „Stadt und Land“ intensiviert. Die Anlässe in der Saison 08/09 – gestartet wird mit dem Besuch des Kunstmuseums am 14. August – wollen Interesse wecken, Verständnis fördern, schliesslich dazu führen, gemeinsam verantwortlich zu werden.
Zusammengefasst: Die Arbeit in der Repla RSU ist vielfältig, interessant und entwickelt sich erfreulich. Es gibt auch die unbefriedigende Auseinandersetzung mit Gemeinden, bei denen wir nicht zu überzeugen vermögen. Dass es keine kantonalen gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit in der Agglomeration gibt macht es oft nicht einfach.
Mit Ausdauer, Beharrlichkeit, aber auch Freude an der Sache, bleiben wir am „Ball“ – die Euro 08 lässt grüssen!
Johannes Friedli
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